"Way2K 2025 – Kampf als Lösungsanbieter: Mit Mensch und Technik im Fokus"
Herr Vollmer, Kampf entwickelt sich mehr und mehr vom Maschinenbauer zu einem Lösungsanbieter. Was bedeutet dieser Wandel?
Diesen Weg haben wir schon vor zehn Jahren eingeschlagen, in jüngster Zeit haben wir den Wandel zusätzlich deutlich beschleunigt. Wir bieten Kunden nicht mehr nur eine Maschine an, sondern wir schauen aus seiner Perspektive auf seine Aufgabe sowie auf seine Ziele und bieten dann die optimale Gesamtlösung an, inklusive der Peripherie und unter Berücksichtigung der Menschen, die dem Kunden als Fachpersonal zur Verfügung stehen. Das sind am Ende komplexe Systeme, die auch noch technische Vorgaben wie Digitalisierung, Konnektivität und neuerdings auch künstliche Intelligenz berücksichtigen. Der Lösungsprozess beginnt nicht mit einem Katalog, aus dem sich der Kunde eine Maschine aussucht, sondern mit einer fundierten Beratung durch unsere Spezialisten. Gemeinsam wird eine passende Lösung erarbeitet. Der Prozess endet erst, wenn der Lebenszyklus der Maschine endet, manchmal nach 20 Jahren oder später. In dieser Zeit wollen die Kunden jederzeit mit der Maschine gut aufgestellt sein.
Wie gestaltet Kampf diese Lösungen konkret?
Wir begleiten unsere Kunden in jeder Phase ihrer Investition – und das weit über den klassischen Service hinaus. Unser Anspruch ist es, Maschinen nicht nur instand zu halten, sondern sie auch flexibel an neue gesetzliche Anforderungen anzupassen und durch ergänzende Maßnahmen wie Upgrades, Schulungen und Beratung die Produktivität unserer Kunden sicherzustellen. Ein zunehmend wichtiger Aspekt ist die Qualifikation des Bedienpersonals – insbesondere durch Schulungen und Nachschulungen, welche wir anbieten. Angesichts steigender Fluktuation in vielen Unternehmen geht oft wertvolles Wissen verloren. Hier setzen wir gezielt an und bieten individuelle Lösungen an, die auf den konkreten Bedarf unserer Kunden abgestimmt sind – und die durchweg auf positive Resonanz stoßen. Der Kunde soll sich auf seine Kernprozesse konzentrieren können, etwa als Hersteller von Folien oder Verpackungsmaterial. Da liegt seine Expertise. Er muss kein Maschinenspezialist sein - das ist unsere Aufgabe. Damit wir diese bestmöglich erledigen können, arbeiten wir bereits in der Frühphase eines Projekts, beim Design der Maschine, mit Technologiepartnern, aber auch mit Bedienern, Schichtführern und Projektleitern des Kunden eng zusammen.
Bieten Sie auch angrenzende Aggregate an?
Unser Fokus liegt klar auf der Integration von Prozessen im Bereich der Konfektionierung – also jenem letzten Verarbeitungsschritt, der meistens am Ende von Produktionslinien steht und eng aufeinander abgestimmte Prozesse erfordert. Rund um unseren Kernprozess bieten wir ergänzende Lösungen an – etwa Automatisierung, Handling-Systeme oder weitere integrierte Module.
Wie gehen Sie mit dem Fachkräftemangel bei Kampf um?
Da sind wir bei Kampf gegenwärtig noch gut unterwegs. Wir können derzeit noch qualifizierte Mitarbeiter finden. Aber wir müssen aufpassen, dass uns nicht zu viel Wissen und Erfahrung verloren geht, weil viele Mitarbeiter der Baby-Boomer-Generation in Rente gehen. Wir setzen alles daran, dieses Wissen transparent und verfügbar zu machen. Dazu müssen wir die Kommunikation weltweit verbessern. Außerdem gehen wir dazu über, unsere interdisziplinären Projektteams deutlich zu durchmischen. Ältere und jüngere Mitarbeiter, erfahrene und neue bilden jetzt die Teams. Wir müssen diesen Teamansatz über einen längeren Zeitraum verfolgen, um das Expertenwissen im Unternehmen zu halten. Zudem gilt es, Wissen weiter aufzubauen. Seit vielen Jahren setzen wir stark auf Ausbildung und bisher konnten wir nahezu alle unsere Auszubildenden übernehmen. Außerdem haben wir Förderprogramme für die verschiedenen Anspruchsgruppen und Altersgruppen aufgelegt. Zum Beispiel ein Förderprogramm für Young Professionals, die von erfahrenen Mentoren zwei bis drei Jahre im Job begleitet werden. Des Weiteren pflegen wir Schulkooperationen, um junge Menschen möglichst früh für Technik und unsere Firma zu begeistern und ihnen spannende Einblicke in die Berufswelt der Maschinenbau- und Automatisierungstechnik zu ermöglichen.
Was tun Sie, um das Personalproblem Ihrer Kunden zu lindern?
Wir entwickeln ein intelligentes Human-Machine-Interface, das es auch Nicht-Fachkräften ermöglichen wird, eine Maschine zu bedienen. Auf der K werden wir zeigen, dass ein ungeschulter Mensch innerhalb kurzer Zeit dazu in der Lage ist. Die Maschine identifiziert den Bediener via Gesichtserkennung. Sie fragt ihn, was er tun möchte. Der Bediener kann aus einer Reihe von Tätigkeiten auswählen – zum Beispiel: einen neuen Zyklus fahren oder eine neue Rolle einlegen. Er wird dann Schritt für Schritt dahin geführt. Auf Text wird verzichtet. Stattdessen werden Videos und 3D-Animationen angeboten. Zusätzlich kann der Bediener zu jeder Zeit mit unserem Team im Hintergrund kommunizieren, denn alle Maschinen sind online.
Was steht für Kampf auf der K im Fokus?
Wir werden uns auf drei Themenbereiche konzentrieren. Neben dem geschilderten intelligenten KI-unterstützten Human-Machine-Interface zeigen wir größere Maschinen für breitere Materialien, die in puncto Effizienz einen Technologiesprung darstellen. Schließlich stellen wir eine neue Produktgruppe für eine spezielle Zielgruppe vor – mit der wir auf der K überraschen werden. Angesichts des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hat die K die wichtige Funktion, die Branche zusammenzubringen. Sie ist immer noch die internationalste Plattform, auf der die meisten Innovationen gezeigt werden. Die Messe wird dabei helfen, Orientierung zu geben und die führende Position des europäischen Maschinenbaus zu demonstrieren.
Dieses und weitere Interviews auf K-Online-WebseitePressemitteilung herunterladen