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Ein Erfinder im digitalen Zeitalter – Jörn Karthaus im Interview

Digitales Magazin

Ein Erfinder im digitalen Zeitalter – Jörn Karthaus im Interview

Jörn Karthaus hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Die Begeisterung für sein Handwerk ist sogar so groß, dass der Nümbrechter Familienvater auch nach der Arbeit nicht zur Ruhe kommt und sich in diversen Projekten verwirklicht. Im Interview nimmt der Senior Software Developer uns mit in seine Welt.

Herr Karthaus, Sie sind bereits seit über 25 Jahren bei der Kampf GmbH. Wie sieht Ihr bisheriger Werdegang in der Firma aus?


 

Tatsächlich sind es schon fast 30 Jahre, allerdings hatte ich zwischendurch eine kleine Pause eingelegt. Meine Zeit bei der Firma Kampf begann damals mit der Ausbildung zum Industriemechaniker. Nach der Lehre durchlief ich verschiedene Stationen, etwa in der Montage, dem Vertrieb oder auch in der Auftragsabwicklung. Im Jahr 2000 hat es mich dann nach einer kurzen Unterbrechung zu Kampf zurückgezogen. Dort habe ich dann fast 20 Jahre lang in der IT als Software-Entwickler gearbeitet.

Technik hat mich schon immer fasziniert, aber auch das Feld der Informatik begeistert mich enorm. Daher habe ich auch eine Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung technischer Informatiker absolviert. Als sich dann ab 2018 der Unternehmensbereich „Industrie 4.0“ entwickelt hat, war ich von Anfang an dabei. Daraus entwickelte sich schnell die Abteilung „Innovation & Industry 4.0“ und die Jagenberg Digital Solutions. Ziel ist es, die Kampf GmbH vom reinen Maschinenbauer zum Lösungsanbieter zu entwickeln. Die zukunftsweisenden Softwarelösungen werden für alle Jagenberg Group Unternehmen eingesetzt.

Daraus entstand rasch die Abteilung „Innovation & Industry 4.0“, die eine zentrale Rolle dabei spielte, die Kampf GmbH vom reinen Maschinenbauer zum Lösungsanbieter weiterzuentwickeln. Die zukunftsweisenden Softwarelösungen werden für alle Unternehmen der Jagenberg Gruppe entwickelt.

Jörn Karthaus,
Senior Software Developer bei Kampf

Mit welchen Aufgaben sehen Sie sich in der neuen Abteilung konfrontiert?


 

Wir entwickeln Software für unsere Maschinen, also die „digitale Hülle“ um die Maschine. Ich habe von Anfang an die Entwicklung unserer IIoT-Plattform „the@vanced“ begleitet, die unsere Maschinen auf ein neues, digitales Level hebt. Es begeistert mich, diesen Übergang von der analogen Technik zur Digitalisierung zu erleben und direkt daran teilzuhaben. Für mich als Tüftler und Erfinder ist das sehr spannend!

„Tüftler und Erfinder“? Arbeiten Sie außerhalb der Firma noch an weiteren Projekten?


 

Neben meiner Familie habe ich noch zwei große Leidenschaften: Das Motorradfahren und meine Hobbywerkstatt. Dort kann ich Beruf und Hobby wunderbar miteinander vereinen.

Woran haben Sie denn zuletzt gearbeitet?


 

Da gibt es so Einiges. Als leidenschaftlicher Motorradfahrer wollte ich die Touren in meiner Region spannender gestalten und habe das Projekt „MotoQuest.de“ ins Leben gerufen: eine Art Geocaching-Abenteuer für Motorradfahrer. Hier habe ich mit Autoren die begleitenden Geschichten und die Software, eine App und die Website entwickelt.

Ein weiteres Projekt war die Restauration eines seltenen Radios aus den 40er-Jahren. Dieses habe ich in ein modernes Streaming-Gerät umgebaut, das nun als Internetradio, NAS-Station und HiRes-Audioserver genutzt wird.

Und das dritte Projekt ist auch gleichzeitig das aufwändigste und gehört zu einem weiteren großen Hobby von mir. Ich engagiere mich seit über 15 Jahren im Heimatverein meines Dorfes. Dort haben wir bei Events bisher ganz klassisch mit einem Bon-System gearbeitet, bei dem man Bons kauft und diese dann gegen Getränke oder Verpflegung eintauscht. Dieses System war mir zu altmodisch und ich war auf der Suche nach einer digitaleren Lösung. 

Da kein passendes, für einen kleinen Verein bezahlbares, System gefunden werden konnte, habe ich daraufhin den PosBuddy („Point-of-Service“) entwickelt und die Papierbons durch eine App und eine Bezahlkarte ersetzt. So konnten wir nicht nur Papier einsparen, sondern auch den Umsatz auf unseren Veranstaltungen steigern. Mit diesem Projekt nehmen wir nun sogar am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, worauf ich sehr stolz bin.

Beeindruckend, wie Sie das alles unter einen Hut bringen! Was treibt Sie an?


 

Ich liebe einfach, was ich tue! Als gelernter Industriemechaniker finde ich es auch nach all den Jahren großartig, in meiner Werkstatt zu arbeiten. In meinem aktuellen Beruf sitze ich viel vor dem Bildschirm und meine Projekte in der heimischen Werkstatt sind für mich einfach der perfekte Ausgleich. Ich bin auch aktiv auf YouTube, in Podcasts oder auf Tagungen unterwegs und stelle meine Projekte dort vor, weil ich auch andere mit meiner Leidenschaft begeistern möchte.

Das ist Ihnen auf jeden Fall gelungen, Herr Karthaus! Vielen Dank für Ihre Einblicke und viel Erfolg für alle Projekte, die noch kommen werden!